Hintergrund

Ausbildungsabbrüche in Europa

VET BackgroundTrotz der von den EU-Mitgliedsstaaten unternommenen Anstrengungen, die Angebote und Attraktivität in der beruflichen Erstausbildung zu verbessern, ist die Anzahl der Abbrüche immer noch viel zu hoch und gibt Anlass zur Sorge, da dies Auswirkungen auf die gesamte wirtschaftliche Entwicklung sowie auf den europäischen Fortschritt hat.

Einige EU-Staaten sind mit zu vielen Problemen bei der Implementierung erfolgreicher Strategien zur Verhinderung dieses Phänomens konfrontiert – ihre Abbruchsraten sind weit über dem EU-27 Durchschnitt wie statistische Zahlen aus 2012 berichten z. B. Portugal (20,8%), Spanien (26,5%), Italien (18,2%) und Malta (33,5%).

In Anbetracht der strukturellen Probleme, die das hohe Level an Abbrechern in der beruflichen Erstausbildung ohne jegliche Qualifikation verursachen kann, hat die EU-Kommission 2011 die Richtlinie 2011/18 erlassen, die auf die Bekämpfung von frühzeitigem Abbruch abzielt und damit einen Beitrag zur Agenda 2020 leistet.

Das Hauptaugenmerk liegt auf der Reduzierung der aktuellen Abbruchsraten auf 10% bis 2020. Damit soll ein Beitrag zum Wachstum und der Wettbewerbsfähigkeit Europas geleistet werden – eines der Hauptziele der EU. Es müssen beträchtliche Anstrengungen unternommen werden, um den Bevölkerungsanteil mit niedrigem Bildungsniveau zu reduzieren.

Was ist In-VET?

“Im Jahr 2011 haben fast 6 Millionen junge Menschen zwischen 18 und 24 Jahren keinen Abschluss der Sekundarstufe II erreicht und nahmen auch an keinerlei Bildungsmaßnahmen teil. Im Durchschnitt sind 54,8% dieser Personengruppe arbeitslos ” (EC: Europe 2020 Target: Early School Leaving).

NIn den meisten europäischen Ländern ist die Abbruchsproblematik offensichtlicher und herausfordernder denn je. Es müssen erhebliche Anstrengungen erfolgen, um den Bevölkerungsanteil mit niedrigem Bildungsniveau zu verringern.

Durch die Entwicklung erfolgreicher Strategien zur Verhinderung dieses Phänomens wird erwartet, dass die nationalen Berufsbildungs-systeme mehr qualifizierte Fachkräfte hervorbringen. Diese werden in Anbetracht der zukunftsorientierten, modernen Wirtschaftssysteme in der EU dringend benötigt.

Davon abgesehen ist zu bedenken, dass junge Abbrecher/innen erwiesenermaßen öfter Sozial-leistungen in Anspruch nehmen und die finanziellen Ressourcen eines Staates belasten.
EU macro data zeigen weiters, dass fast die Häfte der EU-Schüler/innen in der Sekundarstufe II berufliche Bildungsmaßnahmen besuchen. Folglich sind Abbrüche und abbruchs-gefährdete Auszubildende in der beruflichen Bildung eine breitangelegte Thematik.

Die Projektidee von In-VET Die Projektidee von In-VET entstammt einem Konzept basierend auf zwei erfolgreichen europäischen Initiativen zur Bekämpfung der Abbruchsproblematik: dem School Inclusion  und dem Stop Dropout! Projekt.

 

Das „School Inclusion“ Projekt

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UEine gemeinsame Herausforderung für das europäische Schulsystem ist die Verhinderung von vorzeitigen Abbrüchen.

Das von Pixel koordinierte „school inclusion“ Projekt führte eine gründliche Analyse der Gründe für Schulabbruch durch und implementierte Strategien zur Bewältigung. Das Hauptergebnis des Projektes ist das Trainingsmaterial für Lehrer/innen, um diese beim Erwerb der notwendigen Kompetenzen zur Verhinderung von bzw. erfolgreichen Umgang mit diesem Phänomen zu unterstützen.

Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die Website des Projekts:  http://schoolinclusion.pixel-online.org/.

 

Stop Dropout!

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Erkennen von Risiken und flexible Prävention von Abbrüchen!

Das von Blickpunkt Identität koordinierte und mehrfach ausgezeichnete EU-Projekt zielt auf die Reduzierung von Abbruchsraten in der beruflichen Erstausbildung ab. Früherkennung und rechtzeitige Unterstützung von Jugendlichen, die Gefahr laufen, ihre Ausbildung vorzeitig abzubrechen, basieren auf einem genormten Fragebogen, dem Risikocheck, sowie auf einem strukturierten Beratungsansatz, dem Persönlichen Profil. Beide Instrumente kommen zum Einsatz, wenn Berater/innen mit jenen Jugendlichen arbeiten, die alleine mit den momentanen Herausforderungen nicht fertig werden und Unterstützung benötigen. Im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes beschriebt das dritte Produkt eine Methode, wie sich relevante Organisationen vernetzen und miteinander an Problemstellungen arbeiten können, um gefährdete Jugendliche bedarfsgerecht unterstützen zu können.

Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die Website des Projekts:
http://www.stop-dropout.eu